Viele Heizungen nicht effizient

In meiner täglichen Arbeit nehme ich bei einer Gebäudebegehung natürlich auch die Heizungsanlage in Augenschein und kontrolliere die Einstellungen der Heizkesselregelung.
Durch meinen Werdegang über den Beruf des Heizungsinstallateurs und später des Heizungstechnikers, fällt es mir recht leicht Mängel und Fehler bei der Einstellung zu erkennen.

Dabei unterschätzen Hausbesitzer immer wieder die Einsparmöglichkeiten die sich durch eine richtig eingestellte Heizungsanlage bietet. Der Schornsteinfeger legt sein Augenmerk auf die Abgasmessung und den Zustand des Kamins. Auch wenn es schon seit vielen Jahren durch die Energieeinsparverordnung (EnEV) vorgeschrieben ist, bemängelt der Schornsteinfeger eine unzureichende Rohrleitungsdämmung zumeist nicht. Über schlecht oder gar nicht gedämmte Rohrleitungen gehen viele Kilowattstunden Energie oder Liter Heizöl an einen ungenutzten Keller verloren.
Auch die meisten Wartungsmonteure kümmern sich nicht um die Einstellung der Kesselregelung oder die Umgebung mit Rohrleitungsdämmung und Thermostatventilen.
Auch wenn eine Heizungsanlage erst ausgetauscht wurde, bleiben die Thermostatventile unangetastet bestehen. Grundsätzlich sollten Thermostate die über 20 Jahre alt sind, ausgetauscht werden. Die Regelbarkeit lässt einfach nach, zusätzlich häufen sich Störungen.

Gut neunzig Prozent der Heizungsanlage sind nicht hydraulisch abgeglichen. Was viele auch nicht wissen. Seit vielen Jahren ist ein hydraulischer Abgleich durch die Heizungsanlagenverordnung vorgeschrieben, sobald ein Heizkessel ausgetauscht wird. Doch die alten Heizkörperventile lassen den hydraulischen Abgleich nicht zu. Somit wird häufig darauf verzichtet und die neue Heizung kann das volle Einsparpotenzial gar nicht ausschöpfen.
Die Temperaturen in der Heizkesselregelung sind meist zu hoch eingestellt. Das heißt, die Heizkörper regeln zwar auf die gewünschte Raumtemperatur runter, der Heizkessel heizt im Verhältnis zur Außentemperatur aber zu hoch und verbraucht mehr. Die Ursache ist meist daran zu finden, dass der Heizungsinstallateur sich nicht die Zeit nimmt den Hausbesitzer in die neue Regelungstechnik einzuweisen. Der Hausbesitzer muss jedoch in der Lage sein, die Einstellungen hin und wieder anzupassen damit ein effizienter Betrieb möglich ist. Der Installateur fürchtet jedoch die Reklamation des Kunden und dreht vorsorgehalber der Temperatur absichtlich zu hoch. Hier werden einige Prozent und somit ganz schnell 3stellige Beträge im Jahr unnötig verheizt.

Besonders bei älteren Heizkesseln sehe ich häufig, dass die Brennerleistung teils um das Doppelte zu groß ausgelegt worden ist. Aber auch bei einigen Angeboten, die mir im Beratungsgespräch vorgelegt wurden, habe ich immer wieder Heizkessel gesehen die locker noch das Nachbarhaus hätten mit beheizen können. Dadurch erhöht sich nicht nur der Anschaffungspreis sondern vor allem auch der Verbrauch.
Die Überdimensionierung gilt natürlich auch für Heizungs- und Zirkulationspumpen.
Wichtig ist eben nicht nur, dass der Energieberater vor dem Heizungstausch errechnet welche Heizungsform am wirtschaftlichsten und ökologischsten zu dem Haus passen würde.
Er sollte dem Hausbesitzer wichtige Hinweise geben, damit die neue Heizungsanlage wirklich eine ordentliche Ersparnis erreichen kann. Der Installateur sollte bereits bei der Angebotseinholung auf die wichtigen Punkte wie hydraulischer Abgleich, Rohrleitungsdämmung oder eine ausführliche Einweisung der Technik angesprochen werden. Spielt er die Wichtigkeit herunter, suchen Sie sich lieben einen Anderen.