Pullover oder Heizung an?

Nun ist es schon wieder Oktober und in den meisten Gebäuden sind die Heizungen bereits angeschaltet. Die Tageshöchstwerte liegen jedoch noch teilweise über 20°C.
Doch woran liegt es, dass Häuser zu schnell auskühlen?

Das Thermometer im Zimmer zeigt eventuell noch Werte über 20°C an, doch es fühlt sich schon kalt an. Entweicht Wärme, kühlen sich die Oberflächen von Wänden, Dachschrägen oder Glasscheiben ab. Einfache Physik. Befinde ich mich in einem Raum, dessen Außenflächen deutlich unter der Raumtemperatur liegen, dann fühlt sich der Raum eben kalt an und es entsteht ein Zugluftgefühl. Man könnte jetzt natürlich einen Pullover anziehen, doch behaglich ist das nicht. Naja das bisschen Heizung wird ja jetzt nicht viel Energie verbrauchen.

Doch das tut sie!

Auch in der jetzigen Übergangszeit. Besitzt der Heizkessel eine Regelung mit Außenfühler, kann man bei den meisten Modellen die automatische Sommer-Winterumschaltung einstellen. Meist würde eine Einstellung von 15 bis 17°C Außentemperatur ausreichen, bei der die Heizung in den Heizbetrieb schaltet, doch oft ist dieser Wert höher eingestellt. Somit heizt der Heizkessel viele Liter Wasser auf um eventuell nur einen Heizkörper für 3 Stunden täglich zu versorgen. Die Heizungspumpe läuft nun sowieso, durch den aktivierten Winterbetrieb und frisst auch Strom, wenn alle Heizkörper zugedreht sind. Insgesamt ein schlechter Anlagenwirkungsgrad auch bei modernen Heizungen.

Die Kunst liegt nun darin die Heizung, wie auch den Pullover aus zu lassen und trotzdem im Haus zu sitzen ohne zu frieren! Dazu müssen die Oberflächentemperaturen der beschriebenen Außenflächen aber höher sein.

Der Energieberater kann sehr einfach prüfen welche Außenflächen des Hauses zu viel Energie verlieren und für diese Situation verantwortlich sind. Mit Dämmaßnahmen zum Beispiel an der Fassade oder den Fenstern deren Scheiben einen deutlich besseren Dämmwert besitzen, wie die Modelle der 80iger Jahre.
In gedämmten Gebäuden können Sie den Zeitpunkt wann die Heizung das erste Mal im Herbst benötigt wird, um einige Tage, vielleicht sogar Wochen hinaus zögern und das ganz ohne zu frieren.