Immer höhere Strompreise, doch jeder Haushalt verbraucht zu viel Strom!

Seit Jahresbeginn sind die Strompreise vor allem durch die Erhöhung der EEG-Umlage und höhere Netzentgelte noch einmal deutlich gestiegen.

Zunächst einmal ärgert mich die Berichterstattung in den Medien, dass der Verbraucher seinen Anbieter wechseln soll, wenn die Kosten steigen. Klar ist das eine Möglichkeit. Doch steckt in unseren Haushalten noch immer ein riesiges Einsparpotenzial. Wenn ich meinen Kunden vorrechne das sich im Strombereich die Investition in der Regel schon nach 3 Jahren amortisiert hat, sehe ich in große Augen. Aber ist natürlich leichter an der Preiserhöhung des Stromanbieters zu meckern, als an seinem Verhalten sowie an den eigenen Stromschluckern etwas zu ändern.

Nun ist in den letzen Monaten der Eindruck entstanden, dass uns Erbrauchern vor allem der deutliche Anstieg der erneuerbaren Energien und der noch bevor stehende Ausbau der Netze und Stromspeicher die Verbrauchskosten ins unermessliche steigen wird.

Doch hat nicht eine große Mehrheit von uns nach Fukushima den Ausstieg aus der Atomkraft gefordert? Diese recht günstige Stromerzeugung ist nun zum Teil weggefallen. Und dadurch ist der Anteil des erneuerbar erzeugten Stroms gestiegen. Ökologisch und mittelfristig, auch wirtschaftlich gesehen ist das von großem Vorteil.

Wir alle sind darauf angewiesen, dass wir weg kommen von der fossilen Stromerzeugung und auch von der Nuklearen. Selbst mit dem von uns bereits erzeugten Atommüll wissen wir immer noch nicht wohin. Die Braunkohlekraftwerke verursachen nicht nur gesundheitliche Schäden, sondern sorgen dafür das ganze Landstriche dem Erdboden gleich gemacht werden um das „braune Gold“ zu gewinnen. Unfassbar wie viel Ortschaften, Felder, Wiesen und Wälder dafür schon geopfert wurden.
Doch wenn in der Landwirtschaft teilweise ein Umdenken beginnt, einen Teil der Ackerflächen mit Energiepflanzen zu bewirtschaften, dann ist der Aufschrei groß? Selbst aus dem „Abfallprodruck Stroh“ was bei der Getreideernte anfällt, können Holzpellets oder auch Biogas gewonnen werden. Inzwischen gibt es mehr Pferde in Deutschland wie vor 120 Jahren. Und der Mist der anfällt verrottet. Wertvolles Biogas, zum Großteil immer noch ungenutzt.
Da liegt dann das Potenzial mit kleinen BHKWs unter der Nutzung von Biogas eine Grundversorgung mit Strom zu garantieren. Selbst wenn das BHKW mit Erdgas befeuert wird und die Wärme direkt in Wohn- und Industriegebäude verwendet werden kann, ist dies eine sehr gute Umweltbilanz und kann auch eine wirtschaftliche Stromerzeugung sein.
Doch sehe ich immer wieder wie viele Gebäude dafür geeignet wären, jedoch noch immer ein riesen großer, unwirtschaftlicher Heizkessel die Wärme erzeugt. Teilweise verhindern nicht nur Handwerker sondern auch Planungsbüros mit altbackenen Ansichten eine Umsetzung.
Auch bei einigen Nahwärmenetzen feuern diese gigantischen Heizkessel ohne eine Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung.

Und das könnte wieder ein Baustein sein, mit zahlreichen BHKWs den Strom dezentral zu erzeugen. Wenn dann jeder Stromerzeuger mit einer Zentrale verbunden ist, die die Notwendigkeit der Stromerzeugung steuert, kann das die Stromnetze entlasten. Ist dann die Nachfrage groß, so könnte der BHKW-Betreiber sogar eine höhere Vergütung erhalten.
Und genauso könnte jeder Verbraucher, mit einem digitalen Stromzähler ausgestattet, entscheiden ob er mittags um 12 Uhr teuren oder abends um 22 Uhr günstigen Strom bezieht.

Rein technisch kein Problem, nur die Vorgaben müssen dafür geschaffen werden.

Es muss ein Gesamtkonzept für ganz Deutschland entwickelt werden. Und einige Politiker müssen über Ihren Lobby- Schatten springen.

Die Zukunft kann nur heißen, dass wir zu 100 Prozent erneuerbaren Strom erzeugen. Dazu braucht es eben die riesigen Windstromanlagen in der Nordsee, die Windmühlen auf dem Land und auch großen Solarstromanlagen. Die notwendige Grundleistung die gewährleistet werden muss, da eben Sonne und Wind tun was die wollen, müssen über dezentrale BHKWs, Wasserkraftwerke, Biomasseanlagen und Geothermieanlagen bereit gestellt werden.

Auch die Wasserkraft ist lange noch nicht voll ausgeschöpft. Auch hier könnte mit einigen Kleinanlagen am Flussufer ein erheblicher Beitrag geleistet werden.

Und zu guter Letzt, sinkt in Deutschland der Bedarf an Erdgas und Heizöl zur Stromerzeugung, würde helfen, das die Preissteigerungen im Bereich der Gebäudebeheizung wieder etwas entlastet wird.