Gaspreise ziehen an

In den letzten Tagen wurde bekannt, dass nun auch wieder die ersten Gasversorger die Preise um gut 6 % anheben. Und dass natürlich pünktlich zum Beginn der kommenden Heizperiode.
Nach den konstant hohen Heizölpreisen und den deutlich angestiegenen Strompreisen, werde ich öfter gefragt auf welches Pferd man bei der künftigen Heizung setzten sollte.

So pauschal lässt sich das jedoch nicht beantworten. Diese Frage lässt sich nur mit einer Betrachtung des zu beheizenden Gebäudes lösen.

Eine Heizölheizung würde ich nur noch in Ausnahmesituationen empfehlen. Das die Ölpreise noch weiter ansteigen und langfristig auch über den Gaspreisen liegen werden, davon gehen alle Experten aus. Selbst wenn nun vermehrt versucht wird, vor allem in den USA, Rohöl aus Schieferschichten zu gewinnen, wird das nur geringe Auswirkungen auf den Rohölpreis haben. Eventuell profitiert der US-Bürger an der Zapfsäule etwas davon, der Deutsche oder auch Europa nicht. Wir müssen unser Öl aus Norwegen, Russland und den arabischen Staaten importieren. Diese Länder bestimmen unseren Ölpreis.

Kommen wir zurück zu Alternativen. Der Gasmarkt in Deutschland ist liberalisiert und ein Wechsel des Versorgers ist problemlos möglich. Doch Vorsichtig. In den bekannten Vergleichsportalen im Internet werden die Preise für Grundgebühr, Kilowattstunde und Preisbindung auf den ersten Blick nicht deutlich oder sogar verschleiert. Hier hilft nur sich auf der Internetseite des jeweiligen Kandidaten zu informieren und auch das Kleingedruckte zu lesen.

Wesentlich effektiver und nachhaltiger ist jedoch den Verbrauch zu reduzieren. Dies kann über die unterschiedlichsten Maßnahmen erfolgen und ist letztendlich vom energetischen Zustand der Gebäudehülle und von der Effektivität der Heizungsanlage abhängig. Wichtig sind hier auch die lückenlose und ausreichende Rohrleitungsdämmung, der hydraulische Abgleich und die richtige Einstellung der Heizkesselregelung.

Sind hier durch Sanierungen die Einsparpotenziale ausgeschöpft, so kann auch ein Gaskessel sehr wirtschaftlich das Gebäude beheizen. Alternativ kann eventuell auch eine Solaranlage hinzu genommen werden. Bei größeren Gebäuden kann auch ein Mini-BHKW dazu beitragen den Eigenstromverbrauch zu reduzieren. Auch sehr interessant, für Betriebsgebäude mit hohen Stromverbräuchen können Photovoltaikanlagen mit Stromspeichern sein.

Eine Wärmepumpe könnte je nach Quelle (Luft, Wasser, Erdreich) und Wärmeübergabe (Fußboden-, Wand-, Niedertemperaturheizkörper) auch interessant sein. Eventuell sogar in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage.

Ein Holzpelletkessel kann vor allem in Häusern eingesetzt werden in denen zuvor ein Ölkessel gearbeitet hat. Ein Kellertankraum kann dann prima zu einem Pelletlagerraum ausgebaut werden.
Die Brennstoffpreise sind stabil und unabhängig von den fossilien Brennstoffen. Auch der Vorteil, dass sich das Angebot mehr und mehr erweitert (Pellets aus Gräsern, Energiepflanzen, Stroh, Heu, Traubentrester), hält die Preise langfristig stabil.

Wichtig ist, bevor Sie sich für eine neue Heizung entscheiden oder mit einer Dämmaßnahme versuchen den Verbrauch zu reduzieren, sich erst einmal mit einem unabhängigen und neutralen (Listung durch Bafa und Energie- Effizienz- Experten) Energieberater unterhalten. So kann nicht nur das passende Konzept für Ihr Haus erarbeitet werden, sondern auch mögliche Förderungen werden rechtzeitig beantragt.