Fassadendämmung - Fluch oder Segen?

Eine Fassadendämmung ist auch nur eine Möglichkeit um dem Gebäude beizubringen gefälligst weniger Heizenergie zu benötigen. Ein unabhängiger, neutraler Energieberater erstellt gerade deswegen ein energetische Gutachten um für das einzelne Haus zu ermitteln ob und welche Dämmaßnahmen sinnvoll und lohnenswert sein könnten. Dabei werden natürlich auch bauphysikalische Aspekte betrachtet, die bei einer nachträglichen Dämmung von Bedeutung sind.
Zumeist ist es aber gerade bei den Gebäuden die vor den 80iger Jahren erbaut wurden besonders wirtschaftlich eine Außenwand zu dämmen. Das liegt auch daran, dass man vor 50 Jahren nicht an morgen dachte, das Haus möglichst günstig baute und das Auto vor der Tür viel wichtiger war. Recht gut dämmende Steine oder auch Dachdämmungen die über 10cm Stärke aufweisen, gab es damals auch schon. So kann man auch zu dem Schluss kommen, dass die heutige Notwendigkeit der nachträglichen Dämmung durch die falsche Sparsamkeit, bis hin zur Gleichgültigkeit der 60iger begründet ist.
Fakt ist, wenn ich ein Haus, das unsaniert ist und heute einen Verbrauchswert von über 150 KWh pro Quadratmeter im Jahr an Energie verschlingt, in 10 Jahren nicht mehr bewohnbar sein wird. Es sei denn, dessen Bewohner ist es egal 20% seines Nettoeinkommens für Öl oder Gas auszugeben. Die Energiepreis steigen, in den letzten 10 Jahren haben sie sich verdoppelt.
Durch ein Energiegutachten kann ein Hausbesitzer herausfinden welche Maßnahmen wirtschaftlich sind und welche Maßnahmen mit dem sowieso Austausch von Fenster und Heizkessel umsetzen sollte. Und wenn bei einem älteren Gebäude das Energiegutachten zum Schluss kommt, dass durch eine Fassadendämmung über 25 % Ersparnis erzielt werden, ist das unbedingt wirtschaftlich! Erst recht wenn ich nun sowieso den Fassade anstreichen müsste. Die zusätzliche Förderung übernimmt sogar die Kosten für Gerüst, Farbe und neue Regenwasserrohre.

Zu einer Fassadendämmung kann ich somit nur raten, wenn deren Wirtschaftlichkeit vorab betrachtet wurde. Dämmplatten sind mindestens 30 min feuerfest. Dämmplatten aus Steinwolle sogar 90 Minuten. Haben denn die Kritiker der Fassadendämmung schon einmal ein Holzhaus brennen sehen? Oder einen Dachstuhl? Haben wir deshalb alle Betondächer? Oder ist es verboten in Holzhäusern zu wohnen? Durch Rauchentwicklung sollte im Brandfall jeder Bewohner in wenigen Minuten aus dem Haus flüchten, sonst erleidet er einen Erstickungstot.
Brandhemmende Stoffe die in Polystyrolplatten enthalten sind, könnten giftig sein? Sollten dort giftige Stoffe enthalten sein, so sind diese im Putz gebunden. Was wäre denn wenn diese Platten in Dachschrägen verbaut sind. Sieht man auch öfters. Hier wäre, bei einer undichten Dampfbremse die Gefahr ein zig-faches höher.
Wenn wir soweit gehen, dann müssen wir viele Kunststoffverpackungen verbannen, unseren Kleiderschrank leeren, das schöne Holzparkett entfernen und am besten in die Wildnis ziehen. Es lauern leider Gottes fast überall Giftstoffe!
Und ich kann ja auch mein Haus mit Holzfaser, Flachs oder Hanf dämmen. Ökologisch in der Herstellung und besonders im Sommer noch klimatischer! Aber das wissen all die Kritiker ja nicht.

Zum Glück gibt es nicht nur die tausenden positiven Beispiele, deren Häuser schon teilweise seit 40 Jahren gedämmt sind. Mit niedrigen Heizkosten und ohne irgendwelche Horrormeldungen!
Wer Berichte, wie sie derzeit kursieren, objektiv betrachtet und sich einmal kurz an den Physikunterricht erinnert, wird erahnen können, dass die Verfasser sich entweder überhaupt nicht informiert haben oder sogar von einem der Energieriesen gesponsert werden, der Angst hat, das Wohngebäude plötzlich ihren Energieverbrauch halbieren.